mentale Schreibmaschine auf der CeBIT vorgestellt
Die “gedankenlesende Schreibmaschine” wurde erstmals auf der CeBIT-Messe am 9. März vorgestellt.
Wissenschaftler des Fraunhofer FIRST und des CharitË (der medizinischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität) demonstrierten das auf den Namen “Berlin Brain-Computer Interface” getaufte Gerät im Rahmen eines Live-Versuchs mit ausgewählten Probanden.
Dabei wird auf dessen Kopfhaut ein Netz von Elektroden angebracht, die die Hirnströme messen, ähnlich dem schon in der heutigen Medizin verwendeten EEG(Elektroenzephalogramm). Die gemessenen Signale werden verstärkt und an den Computer übertragen, der sie daraufhin in technische Steuersignale umwandelt. Hierbei macht sich die Maschine die Tatsache zunutze, daß für einen Bewegungsimpuls im Gehirn schon die alleinige Vorstellung, eine Bewegung auszuführen, ausreicht. So kann die mentale Schreibmaschine also unterscheiden, ob in Gedanken gerade beispielsweise der linke oder der rechte Arm bewegt wurde, was die Grundlage für die Auswahl zwischen zwei Optionen schafft. Ausgehend von dieser simplen Ja-Nein-Eingabe lassen sich dann auch komplexere Bedienungsmuster entwickeln, anhand derer sich in wenigen Minuten einfache Sätze allein durch Gedanken “schreiben” lassen.
Für diese Schnittstelle zwischen Gehirn und Maschine sind diverse Einsatzbereiche denkbar:
So bietet sich hier zum Beispiel eine Möglichkeit, wie sich vollständig gelähmte Personen in Zukunft ihrer Umwelt mitteilen könnten. Aber auch die Steuerung künstlicher Gliedmaßen mittels Gedanken ist ein interessantes Anwendungsgebiet.
Aber auch eine Verwendung außerhalb der Medizin bietet sich an:
Etwa bei der Überwachung der kognitiven Fahrerbelastung im Automobilbereich oder für neuartige Benutzerinterfaces in der Spieleindustrie – schon auf der CeBIT sind zwei der Entwickler gegeneinander im gedankengesteuerten Teletennis angetreten.
Eine kommerzielle Version der mentalen Schreibmaschine ist bereits in Entwicklung.
Ich hätte dann bitte gerne ein Exemplar vorbestellt, mit dem ich meine Gedanken aufzeichnen kann, ohne den Umweg über Hand und Stift nehmen zu müssen! Das würde mir ganz neue Möglichkeiten zur Nutzung meines kreativen Potentials eröffnen :D
Denn die besten Gedanken sind ja erfahrungsgemäß immer viel zu schnell wieder verflogen…
Mehr dazu hier:
http://www.first.fraunhofer.de/pressemitteilung/Cebit2006-BBCI
http://ida.first.fhg.de/projects/bci/bbci_official/index_en.html
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