10 der häufigsten Irrtümer über SEO

Die Suchmaschinenoptimierung ist ein wichtiger Teil jeder Online-Strategie, denn was nützt die beste Website, wenn sie nicht gefunden wird? Da die genauen Ranking-Algorithmen der Suchmaschinenbetreiber streng geheim sind, sammelt sich auch viel SEO-Halbwissen  an, das einem Top-Listing eher schadet als nutzt.

Einige der häufigsten Irrtümer seien hier genannt:

“Wenn ich auf möglichst vielen Blogs kommentiere, verbessere ich meinen Pagerank.”

Die Spam-Problematik auf Blogs ist mittlerweile so groß, daß Anti-Kommentarspam-Funktionalität zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Offensichtliche (meist von Bots generierte) Spam-Kommentare bekommt der Blogautor dank wirksamer Filtermechanismen so gar nicht erst zu Gesicht. Eine subtilere und damit anscheinend wirksamere Kommentarspam-Methode wird von vielen Möchtegern-Optimierern in Handarbeit betrieben: Diese hinterlassen wenig aussagekräftige, jedoch unauffällige Kommentare in beliebten Blogs, einzig mit dem Ziel, weitere Links zu generieren.

Vermutlich wissen diese Leute nicht, daß heute als Quasi-Standard in alle Links im Kommentarbereich das rel="nofollow"-Attribut eingesetzt wird, was nichts anderes bedeutet, als daß der Link von Suchmaschinen nicht gewertet wird. Vergebliche Liebesmüh also.

“Eine Sammlung von Keywords im Footer steigert meine Trefferquote.”

Nachdem die Praxis, ganze Seitenbereiche voller Keywords zu stopfen, und diese dann mittels CSS vor den Usern zu verstecken, zu harten Abstrafungen seitens der Suchmaschinen geführt hat, sind einige “Spezialisten” dazu übergegangen, solche Keyword-Wüsten ganz unten in die Websites einzubauen, nach der Devise “hier stört’s keinen, aber es nutzt viel”.

Stimmt so nicht ganz. Für die Suchmaschinen ist Content umso relevanter, je weiter oben er auf der Seite erscheint. Wenn überhaupt, haben also Inhalte aus dem Footer nur ganz geringen Einfluß auf die Auffindbarkeit der Seite.

“Wenn ich beliebte Keywords einbaue, landet meine Seite weiter oben.”

Man könnte dem Trugschluß anheim fallen, daß die Optimierung auf möglichst allgemein gehaltene, aber häufig nachgefragte Suchbegriffe die Popularität einer Seite in den Suchergebnissen steigert. Das Gegenteil ist eher der Fall.

Erstens ist es für solche Begriffe selbst bei einer aufwendigen Seitenoptimierung sehr schwierig, überhaupt unter die Top-Treffer zu geraten. Und zweitens werden allzu offensichtlich verirrte Keywords als Spam erkannt, was zu Abstrafungen führen kann.

“Um Links zu generieren, baue ich mir meine Referrer-Seiten einfach selber.”

Wenn es so einfach wäre…

Zum einen bewerten Google und Co. die Güte eines Links auch anhand der Beliebtheit der verweisenden Website. Will meinen: Wenn die verweisende Seite selbst ein Schattendasein im Web führt, dann ist auch ein Link von dieser Seite nichts wert.

Zum anderen erkennt die Suchmaschine oft anhand der IP-Adresse der Website, daß diese vom gleichen Autor stammt wie die verlinkte Seite. Auch dann kann man vergeblich auf ein besseres Ranking hoffen.

“alt-Attribute sind dazu da, mit Keywords angereichert zu werden.”

alt- und title-Attribute sind dazu da, um Content sinnvoll mit Zusatzinformationen, beispielsweise über Bilder oder Links, anzureichern. Dies sollte auch im Sinne des Users genutzt werden. Da die Gewichtung hier jedoch ohnehin äußerst niedrig ausfällt, sollte man jede Grauzonen-Optimierungstaktik tunlichst unterlassen, denn wie immer gilt: Wenn der Schwindel auffliegt, dann gibt’s Strafpunkte.

“Die Meta-Tags im Head-Bereich sollten voller Keywords gestopft werden.”

Die Meta-Tags “keywords” und “description” dienten in den Anfangszeiten der Suchmaschinen dazu, Webseiten zu erfassen, werden heute jedoch kaum noch berücksichtigt. Ein sorgfältiges Befüllen dieser Tags mit relevanten Infos kann jedoch nicht schaden, z.B. dient das description-Tag der Suchmaschine als Vorschlag, was im Suchergebnis als Beschreibungstext stehen könnte. Garantie gibt es dafür aber keine.

“Wenn ich möglichst viele Keywords streue, wird meine Seite in mehr Suchen gefunden.”

Das Gegenteil ist der Fall. Der Einsatz möglichst vieler Keywords verwässert nur den Inhalt, und die Seite wird insgesamt für jeden der Begriffe weniger relevant. Ideal ist eine Optimierung der Seite auf wenige (3-4) Schlüsselbegriffe, die jedoch umso relevanter für den Inhalt sind.

“Je höher die Keyword-Dichte, desto besser.”

Bis zu einem bestimmten Grad ist eine hohe Keyword-Dichte natürlich förderlich. Wenn die Dichte jedoch über ein bestimmtes Maß ansteigt, erkennt die Suchmaschine die Seite womöglich als Spam und stuft diese herab oder entfernt sie sogar ganz aus dem Index. Man spricht von einer optimalen Keyword-Dichte zwischen 3 und 8%.

“Wenn ich heute meine Website bei Google anmelde, bin ich morgen gelistet.”

Die Suchmaschinen-Crawler sind ständig unterwegs, um neue Webinhalte zu erfassen und bestehende zu aktualisieren. Bei dem heute immensen Datenaufkommen im Internet können jedoch Wochen bis Monate vergehen, bis eine neue Website von den Suchmaschinen erfaßt ist und somit in den Suchergebnissen auftaucht. Auch eine manuelle Anmeldung bringt hier keinen Zeitgewinn.

“Suchmaschinenoptimierung ist ein abgeschlossener Prozeß.”

Jede Suchmaschine ist nur so gut wie die Treffgenauigkeit, mit der sie dem User die gewünschten Ergebnisse liefert.

In diesem Sinne werden auch die Suchmaschinen ständig optimiert und weiterentwickelt. Auch das Web entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit weiter. Eine SEO-Strategie, die heute funktioniert, kann daher morgen schon überholt sein oder gar negativ gewichtet werden. Hier ist konsequentes Monitoring sowie die Verfolgung aktueller Entwicklungen angesagt.

Abgesehen von allen technischen Aspekten ist natürlich kaum etwas so wichtig wie hochwertiger, relevanter und aktueller Content. Und der erfordert einen kontinuierlichen Aufwand seitens des Website-Betreibers.

Eine Maxime wird im Zusammenhang mit Suchmaschinen jedoch immer gelten:
Optimiere deinen Content für Menschen, dann werden auch die Suchmaschinen dein Freund sein.

20.06.2010 ✭ Schlagwörter: 4 Kommentare

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4 nette Menschen haben einen Kommentar hinterlassen:

  1. SEOnntag 24 » Von Uwe Ramminger » SEOnntag, Google, Suggest, Details, Daten, Webmaster-Friday, Fernando, Irrtümer, Torres, Websites » mehrblog.de schrieb am 20.06.2010 um 15:55 Uhr:

    [...] 10 der häufigsten Irrtümer über SEO [...]

  2. Gretus schrieb am 20.06.2010 um 19:59 Uhr:

    Hallo,

    schöne Auflistung, wobei man bestimmt insgesamt auch 100 Irrtümer im SEO finden könnte…

    Grüße

    Gretus

  3. Links #47 Fan-Shirts zu gewinnen, Seo, Twitter Tools, Inspiration Business Cards und Reisen | NETZ-ONLINE schrieb am 21.06.2010 um 08:01 Uhr:

    [...] immer noch jede Menge SEO-Halbwissen,  daher hat Birgit Zimmermann in ihrem Blog ice-horse.de die 10 häufigsten Seo Irrtümer [...]

  4. Webnews #14: iPhone-Babes, Google & Gemüse | Andi Licious' Blogosphäre schrieb am 28.06.2010 um 17:04 Uhr:

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Hallo, ich heiße Birgit Zimmermann und blogge hier über Webdesign und Webentwicklung, aber auch über persönliche Dinge. mehr Info…

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